Wissenswertes 

Der Feuerteufel wütete mehrmals im Aletschgebiet

Am Mittag des 23. Augusts 1859 verbrannten einige Holzarbeiter Stroh beim «Steinschlag», eine Stelle an der Riederhornwestflanke, das ihnen als Lagerstätte in ihren Zelten gedient hatte. Aus Unachtsamkeit löschten sie das Feuer nicht ganz und es moderte fort, bis es am 26. um 10 Uhr in lichte Flammen ausbrach und den Wald hinauf bis zum Riederhorngrat erfasste. «Furchtbarschön und grossartig schlugen die mächtigen Feuerwellen aus dem engen und tiefen Tale empor.» So beschreibt Moritz Tscheinen diesen Waldbrand. Die Hitze war so gross, dass nicht nur die Wurzelstöcke, sondern auch die Erde bis auf den blanken Fels niederbrannten. 

Am späten Abend des 24. Mai 1944 brach auf der Stockflüe erneut ein Waldbrand aus. Die noch in derselben Nacht herbeigeeilten Feuerwehrleute der benachbarten Dörfer Ried und Mörel waren mit ihren 40 Liter Wasser fassenden Brenten machtlos und mussten Hilfe von auswärts anfordern. Täglich halfen darauf Feuerwehrleute aus den umliegenden Gemeinden und Soldaten einer in Brig stationierten Gebirgs-Brigade. Angefacht durch kräftige Windstösse und der Wärmeströmung breitete sich das Feuer schnell aus und die Flammen stiegen mit 60 m in der Minute hinauf bis zum Riederhorngrat. An der südlichen und nördlichen Feuerfront wurden über 50 Meter breite Schneisen ausgehauen, damit das Feuer nicht übergreifen konnte. Besonders gefährdet war das Aletschwaldreservat. An dessen Grenze musste die Schneise am 29. Mai stark verbreitert werden, wobei weitere 278 Bäume geopfert werden mussten. Zur Brandbekämpfung kamen insgesamt zehn kleinere und grössere Motorspritzen zum Einsatz. Diese standen in Verbindung mit 6 km Schlauchleitungen. Das Wasser wurde den umliegenden Tümpeln, die durch die Schneeschmelze reichlich Wasser führten, sowie dem Reservoir des Hotels Riederfurka entnommen. Der kurz vorher einsetzende kleine Regenfall und später einsetzende grössere Regenfälle bannten schliesslich die Gefahr eines neuen Aufflammens des Brandes. Durch den Waldbrand wurden rund 65 ha Gebirgswald innert kürzester Zeit zerstört. Die Brandschneise zog sich von 1400 bis 2200 m hinauf. Insgesamt starben 1500 Bäume, drei Viertel davon waren Arven. Die Ursache des Brandes wurde nie vollständig geklärt.