Wissenswertes 

Die Gipfel werden zum Ziel

Der Alpinismus ist gleichsam die Urform des Tourismus in der Schweiz. «Die ersten Engländer kamen nicht in die Schweiz, um hier Tennis zu spielen, sondern wegen der Berge», erklärt Egon Feller, Bergführer aus Ausserberg. Selbst für Kinder und Jugendliche gibt es geeignete alpinistische Aktivitäten. 

Die Zeiten haben sich gewandelt. Früher machte man wenn immer möglich einen grossen Bogen um die Berge. Sie galten als furchterregende, menschenfeindliche Umgebung. Man mied das Gebirge – vor allem wollte man um keinen Preis die Nacht dort verbringen. Doch eines Tages widerfuhr dem Gemsjäger und Kristallsucher Jaques Balmat aus Chamonix das Unvorstellbare: Er war zu einer unfreiwilligen Übernachtung auf einem Gletscher gezwungen – und überlebte. Wie Balmat feststellen konnte, lebten im Gebirge keine ruhelosen und bösen Geister, die den Lebenden nachstellten. Im Gegenteil, die Nacht auf dem Gletscher war für ihn ein eindrückliches Erlebnis. Das Eis war gebrochen, die Gipfel waren zum Ziel geworden. Als erster Viertausender der Schweizer Alpen wurde im Sommer 1811 der Gipfel der Jungfrau bezwungen. Weitere Erstbesteigungen in den umliegenden Berner Hochalpen folgten in den kommenden Jahrzehnten Schlag auf Schlag. Der Sturm der Gipfel beflügelte auch den übrigen Tourismus. Alpinismus und Kletterei war zwar nicht jedermanns Sache, doch in die Bergwelt fahren und das Gebirge bestaunen wollten zahlreiche Gäste von nah und fern.