Wissenswertes 

Inspirierendes, nährendes und stillendes Nass

Wasser stillt und nährt. Trinkwasser ist für Pflanzen, Bäume und Tiere und damit für den Menschen von elementarer Bedeutung: Im Wasserschloss Schweiz scheint dies zu den Selbstverständlichkeiten zu gehören. Und doch: Gutes Trinkwasser ist ein kostbares Gut. Rund 40 Prozent der Schweizer Bevölkerung kann auf Quellen zurückgreifen, weitere 40 Prozent auf Grundwasser und die restlichen 20 Prozent auf Fluss- und Seewasser.

In der Schweiz wird das Trinkwasser regelmässig auf seine Qualität untersucht. Im UNESCO-Welterbe Schweizer Alpen Jungfrau-Aletsch können sich praktisch alle Gemeinden mit dem besten aller Trinkwasser versorgen, dem kostbaren Nass aus Quellen. Während die Versorgung mit Trink- und Wässerwasser für die Siedlungen und landwirtschaftlichen Güter auf der Alpennordseite nie ein Problem darstellte, mussten an den trockenen Südhänge mit ihrem oft fast mediterranen Klima sowohl das Trink- als auch das Wässerwasser aus tief eingekerbten Schluchten mit kühnen Bauwerken an die Bergflanken geführt werden. Die alten Wasserleiten, die «Suonen», sind ein Zeugnis dieses immerwährenden Kampfes um das nährende und stillende Wasser, um die nackte Existenz. 

Wasser löscht nicht einzig den Durst von Mensch und Tier, Wasser ist auch ein Quell der Inspiration: Entlang der «Suonen» des Ober- und Mittelwallis lässt sich wunderbar lustwandern und sinnieren – Wasser ist aber auch für hochkarätige Dichter eine Quelle der Eingebung. So hat der Walliser Dichter und Lyriker Pierre Imhasly seinen Strom, der Rhone, in seiner gewaltigen Rhone-Saga ein literarisches Denkmal gesetzt, das in seiner Tiefe und Breite seinesgleichen sucht. In diesem gewaltigen Epos, das an den Canto general des grossen Pablo Neruda erinnert, folgt Imhasly in weiten lyrischen Mäandern dem Strom von seinen Anfängen bis zum Mittelmeer. Und auch Johann Wolfgang Goethe liess sich im Lauterbrunnental vom Staubbach zu diesen Zeiten inspirieren.