Wissenswertes 

Eiger, Mönch und Jungfrau – alles andere als einheitlich

Unter allen Hauptstädten verfügt Bern wohl über das spektakulärste Panorama. An klaren Tagen zeigt sich die Front der Berner Hochalpen als kompakte Gipfelmauer. Die Nordgrenze des UNESCO-Welterbes Schweizer Alpen Jungfrau-Aletsch bietet einen einmaligen Anblick. Wie eine gigantische Brandungswelle aus Kalkstein ragen schroffe Gipfel empor.

Eiger, Mönch und Jungfrau – die bekanntesten Berner Oberländer Gipfel werden oft in einem Atemzug genannt. In geologischer Hinsicht handelt es sich jedoch keineswegs um eine einheitliche Gruppe. Die drei Berge gehören zu jener Zone am Nordrand des Aarmassivs, in der die braunen Gneise des Altkristallins mit dem grauen Hochgebirgskalk verschuppt sind. Ein Stück altkristalliner Gneise hat sich bei der Alpenbildung über die Kalksteine geschoben. Diese sind dabei tief in das Altkristallin eingekeilt worden. Die Geologen sprechen in diesem Zusammenhang vom sogenannten Jungfrau-Keil.

Am eindrücklichsten zeigt sich die Dreiergruppe vom Männlichen aus. Die unteren Felswände der Jungfrau bestehen aus grauem, horizontal geschichtetem Hochgebirgskalk. Die Gipfelwand aus überschobenen Gneisen des Altkristallins zeigt mit den vertikalen Rinnen eine ganz andere Struktur und Farbe. Die auffällige horizontale Linie unter dem Gipfeldreieck ist eine Störungszone innerhalb des Altkristallins. Am Mönch ist die Situation gleich. Anders dagegen der Eiger, der gänzlich aus verfaltetem Hochgebirgskalk besteht. Daher verläuft auch der Tunnel der Jungfraubahn fast gänzlich im Hochgebirgskalk. Erst bei der Endstation Jungfraujoch gelangt man wieder in Gneis.