Wissenswertes 

Gesteinsvielfalt im Welterbe

Im Welterbe-Gebiet findet sich eine grosse Vielfalt unterschiedlicher Gesteine, die für Laien ganz schön verwirrend sein kann. Doch letztlich dominieren ein paar wenige Gesteinsarten, die leicht auseinandergehalten werden können. Es gibt die uralten Gesteine, vor allem Gneise, Schiefer und Amphibolite, die das sogenannte Altkristallin bilden. Des Weiteren sind Granite wie der zentrale Aare-, Bietschhorn- und Gasterngranit anzutreffen und die weitaus am häufigsten vorkommende Gesteinsart ist der Hochgebirgskalk.

Verschiedene mächtige Gipfel im Welterbe-Gebiet haben ihren Ursprung im Meer und bestehen aus Hochgebirgskalk. Dazu gehören bekannte Gipfel wie die Engelhörner, die Wetterhörner, der Mettenberg, der Eiger, das Gspaltenhorn, die Blüemlisalp-Gruppe und das Doldenhorn. Der Kalkstein wurde weniger als Baustein denn als Rohstoff für die Mörtelgewinnung genutzt. Sowohl auf Walliser als auch auf Berner Seite sind Ruinen von kleinen Kalkbrennöfen für den lokalen Gebrauch erhalten. 

Etwas mehr als die Hälfte des Aarmassivs besteht aus Gneisen und Schiefern. Für die Einheimischen waren Schiefer und Gneise früher wichtige Materialien für den Bau von Mauern und Dächern. An gewissen Orten durften die Einwohner nur nach strengen Regeln Platten für den Eigengebrauch frei gewinnen. 

Amphibolit kommt im Welterbe-Gebiet hauptsächlich in einer Zone vor, die sich vom Gross Grünhorn über das Finsteraarhorn zum Unteraargletscher erstreckt. Der sonst grüne Amphibolit nimmt im Laufe der Zeit durch Verwitterung eine ausgeprägt dunkle Färbung an. Das hat sich auch in den Namen niedergeschlagen, welche die Einheimischen den beiden benachbarten Gipfeln Grün- und Finsteraarhorn gegeben haben. 

Die Grenze zwischen Granit und seinen Umgebungsgesteinen ist im Welterbe-Gebiet meist sehr scharf. Granit hebt sich mit seiner hellgrauen Verwitterungsfarbe deutlich von den braunroten Gneisen und Schiefern ab. Sehr gut zu sehen ist diese Grenzlinie in der Südwand des Aletschhorns, aber auch an den Nordhängen im Lötschental von der Lötschenlücke bis zum Bietschhorn. Viele der schönsten Klettertouren im Welterbe-Gebiet liegen in Granit-Zonen.