Wissenswertes 

Wenn Gesteine über das Klima erzählen

Gesteine, die ursprünglich im Meer abgelagert wurden, enthalten bei ihrer Ablagerung viele Informationen über das Klima. So weisen etwa Korallenreste in einem Kalkstein auf tropische Verhältnisse hin. Aus bestimmten chemischen Eigenschaften können Geologen sogar konkrete Temperaturen ablesen.

An einigen Orten des Welterbe-Gebietes findet man eine etliche Meter mächtige Schicht eines recht auffällig weisslich bis gelblichen Gesteins. So etwa unter den Felswänden der Jungfrau oberhalb von Stechelberg im Lauterbrunnental oder auf dem Petersgrat und dem Lötschenpass. Im Bachschutt der Weissen Lütschine kann man es aufsammeln. Das Gestein sieht aus wie ein Kalkstein, es handelt sich aber um Dolomitgestein. Dieses ist dem Kalkstein verwandt, bildet sich jedoch nur in weitläufigen subtropischen Küstenebenen, wo das Meereswasser laufend eingedampft wird. Die Geologen kennen das Alter dieses Gesteins – 240 Mio. Jahre (Triaszeit) – anhand der darin vorkommenden Fossilien. Daraus können wir ablesen, dass das Welterbe-Gebiet sich damals als subtropische Flachmeerküste präsentierte, so wie wir das heute vom Persischen Golf kennen. Sicher eine eigenartige Vorstellung, wenn man vielleicht gerade im winterliche-hochalpinen Welterbe unterwegs ist.