Wissenswertes 

Was es mit der Lötschentaler Tschäggättä auf sich hat

Die dörfliche Ordnung rituell auf den Kopf zu stellen, ist seit je das Privileg der Jugend – wenn auch nur einmal im Jahr, anlässlich der Fastnacht im Februar. Von der Vielfalt der früheren Fastnacht vermochten sich nur wenige Figuren in die Gegenwart zu retten, so die Tschäggättä im Lötschental mit ihren grossen, fratzenhaften Holzmasken.

 

Unter dem Einfluss von Zeitgeschmack und Nachfrage haben sich die Masken formal ständig verändert. Eine gewisse Konstanz verrät dagegen das Material: Die Masken sind meist aus Arvenholz geschnitzt, und der Pelz besteht in der Regel aus Schaf- oder Ziegenfell. Als Inbegriff des Echten und Alpinen entwickeln sich die Lötschentaler Holzmasken im Laufe des 20. Jahrhunderts zum kantonalen, ja nationalen Markenzeichen. Und als touristisches Souvenir werden sie zum Exportschlager. Heute stellen die Schnitzer die Masken wieder vermehrt zu ihrem eigenen Vergnügen her, das heisst zum ausschliesslichen Zweck des Maskenlaufens. Diese Rückkehr zu den Ursprüngen geht einher mit einem markanten Wandel des Brauchs. So treten die Tschäggättä nun auch nachts auf, was früher streng verboten war. Und unter den Masken verstecken sich nicht mehr nur ledige Jungmänner, sondern ganz einfach alle, die Lust haben an diesem wilden Treiben.

Damit die ungestüme Schar lange genug durchhalten kann, braucht es auch eine geeignete Verpflegung mit Speis und Trank: Eine besondere Fasnachts-Spezialität sind im Lötschental die schmackhaften «Chiächlini».