Wissenswertes 

Wie die Bauern am Berg ihr Leben bestritten

Die alpine Landwirtschaft zeichnet sich durch die Nutzung der Wiesen und Äckern in verschiedenen Höhenlagen und somit auch in unterschiedlichen Vegetationszonen aus. Bellwald kennt wegen der beträchtlichen Höhenlage des Dorfes (1'560 m.ü.M.) nur ein zweistufiges, aus Heimgütern und Alpweiden bestehendes Betriebssystem.

Um die Dauersiedlungen herum befinden sich die Mähwiesen und das Ackerland. Das historische Siedlungsbild Bellwalds wird - neben den Haufensiedlungen - geprägt durch die grosse Zahl von Ausfütterungsställen, die in Gruppen oder als Einzelbauten verstreut auf den Mähwiesen erbaut sind. Die schlechte Erschliessung des aus vielen Parzellen bestehenden Streubesitzes erschwerte Transporte zurück ins Dorf: Statt das Heu zum Vieh zu tragen, brachte man das Vieh zum Heu.

Die Sommerweiden auf der Alp liegen über der Waldgrenze oberhalb von rund 2000 m.ü.M. Der Erfolg der Viehwirtschaft hing entscheidend von der Grösse und Ergiebigkeit der Alpweiden ab; denn die Nutzung der Alp als Sommerweide stand in einem komplementären Verhältnis zur Möglichkeit der Winterfütterung, d. h. die Sömmerung ermöglichte eine zwei- bis dreimonatige, von den Heimgütern unabhängige Tierhaltung. Somit konnten die Wiesen rund um das Dorf während dieser Zeit gemäht und das Heu für den Winter eingelagert werden. Die Sommerweiden waren (und sind) in genossenschaftlichem Besitz. Der Alpbetrieb, der aus Hüten, Melken und Käsen bestand, führte ein eigens dazu angestelltes Alppersonal. Die ursprüngliche Form der Alpung in Bellwald war die Einzelsennerei, bei der jeder Betrieb für sich allein das Vieh besorgte und die Milch verkäste. Deshalb ist auf dem Stafel Richinen ein Alpdorf mit 34 Gebäuden entstanden, das um 1969 aus fünf Hütten, 28 Ställen und einer «Maria zum Schnee» geweihten Kapelle bestand.