Wissenswertes 

Wie der «König der Alpen» auf seinen Thron zurückkehrte

Die Geschichte des Steinbocks ist eine Erfolgsgeschichte einer Wiederansiedlung. Der «König der Alpen» war nämlich im ganzen Alpenraum schon im 16. Jahrhundert beinahe ausgerottet. Heute besiedeln wieder über 40'000 Steinböcke den Alpenbogen, rund 14'000 dieser stolzen Tiere leben in der Schweiz.

 

Der Grund für die Ausrottung des majestätischen Steinbocks war nicht nur die Trophäenjagd und das Wildbret, sondern auch die Heilwirkung, die den Hörnern, der Haaren, dem Blut und den «Bezoarkugeln» zugeschrieben wurden. Letztere sind kleine Kügelchen aus Haaren und Pflanzenresten im Magen des Steinbocks. Man verkaufte sie in Apotheken und erhoffte sich Linderung bei Schwindel, Ohnmacht, Gelbsucht und Melancholie. Nur etwa hundert Tiere überlebten. Dank eines erfolgreichen Wiederansiedelungsprogramms ist der Alpensteinbock inzwischen wieder in seinen Lebensraum zurückgekehrt. Da mit der starken Vermehrung auch eine Zunahme der Schäden an Aufforstungen, Lawinenverbauungen und alpinen Rasen einhergeht, werden die Bestände seit einiger Zeit mit Hilfe der Jagd reguliert.

Der Alpensteinbock oder Gemeine Steinbock (weibl. Steingeiss) gehört zur Gattung der Ziegen und zählt zu den Wiederkäuern und Paarhufern. Als Lebensraum dienen ihm steile und felsige Hänge zwischen der Wald- und Eisgrenze bis zu einer Höhe von 3200 m ü.M. Der Bock wird mit bis 170 cm Kopf-Rumpf-Länge und einer Schulterhöhe von 90 cm deutlich grösser als die Geiss. Beide Geschlechter tragen den charakteristischen Ziegenbart sowie Hörner, wobei jene der Geissen kurz und fast gerade, jene der Böcke dagegen imposant nach hinten gebogen und bis zu einem Meter lang sind. Die Tiere ernähren sich von eiweiss- und mineralstoffreichen Pflanzen der Hochlagen. Die Geissen und Jungtiere leben in Herden, die alten, ausgewachsenen Böcke als Einzelgänger während die jungen Böcke lose Verbände bilden.