Wissenswertes 

Direkte Reise durch den Berg

Wer Berge überquert, braucht viel Zeit und setzt sich manchen Gefahren aus. Einfacher und schneller geht es unten durch: Seit dem späten 19. Jahrhundert stehen den Menschen die technischen Mittel zur Verfügung, um sich Passagen durch das Gebirge hindurch zu erschliessen. Mit dem Bau des Eisenbahntunnels von Kandersteg nach Goppenstein überwanden die Ingenieure und Mineure den Lötschberg als Hindernis auf dem Weg in den Süden.

Der Bau des Lötschbergtunnels in den Jahren 1906–1913 brachte Kandersteg grosse Veränderungen. Im Dorf mit seinen 500 Einwohnern lebten und arbeiteten während mehreren Jahren rund 2000 Tunnelbauarbeiter sowie 1000 Familienangehörige. Für die einheimische Bevölkerung war dies eine prägende Erfahrung. Nach der Eröffnung des Tunnels wurde wiederum alles anders: Auf einen Schlag war die Bergregion mit dem internationalen Bahnsystem verbunden – Begegnungen mit neuen und erweiterten Gästegruppen waren die Folge.

Vom Tunnelbau blieb in Kandersteg ein riesiger Berg von Aushubmaterial zurück. Auf Initiative des Gründers der Pfadfinderbewegung, Lord Baden Powell, wurde 1923 ein Verein gegründet, der die Schuttdeponie übernahm. Seine Mitglieder bepflanzten das Gelände und stellten es der internationalen Pfadfinderbewegung zur Verfügung. Seither gilt der Besuch eines Lagers in Kandersteg als Höhepunkt des Pfadfinderlebens.