Wissenswertes 

Wie Käse und Wein über die Alpen gelangten

Gewiss gab es bequemere Wege, um vom alten Rom an den Rhein zu gelangen. Doch die Route via Domodossola und Grimsel war die kürzeste Verbindung von Italien nach Vindonissa (im heutigen Aargau). So kam es, dass der Grimselpass schon in frühen Zeiten eine wichtige strategische Verbindung darstellte.

 

Später nutzten Kaufleute aus Genua, Florenz und Mailand die Route, um Reis, Wein, Mais und Gewürze aus dem Süden gegen Käse, Häute, Salz, Wolle und Vieh aus dem Norden einzutauschen. 1397 schlossen die Anwohner der Grimselroute in Münster einen Vertrag und stellten damit eine mustergültige Säumerordnung auf. Darin wurde auch die Unterhaltspflicht genau geregelt.

Begangen wurde die Grimsel meist von Einheimischen aus dem Haslital und aus dem Wallis, aber auch von Norditalienern. In der Blütezeit überquerten wöchentlich über 200 Maultiere den Pass. Unterkunft fanden die Säumer auf dem Weg zwischen Obergesteln und Guttannen im «Spittel» an der Grimsel, dem heutigen Grimsel Hospiz. Wenn Schnee und Eis den Tieren ein Weiterkommen verwehrten, so übernahmen starke Männer aus den Talschaften den Warentransport. Mit Lasten von bis zu 50 kg auf dem Rücken bewältigten sie die Wegstrecke in zwei Tagesmärschen.