Wissenswertes 

Was der Bau der Strasse in Bellwald bewirkte

Der Bau der Strasse 1971 löste in Bellwald eine hektische touristische Entwicklung aus. Zwischen 1970 und 1974 stieg die Zahl der Fremdenbetten von 450 auf 1450 und die der Logiernächte von 30'000 auf 95'000. Derzeit generiert der Tourismus zwischen 170'000 bis 180'000 Übernachtungen und Bellwald besitzt an die 4500 Fremdenbetten.

 

In den grosszügig bemessenen Bauzonen entstand eine grosse Zahl von Chaletbauten. Die älteste homologierte Zonenplanung Bellwalds datiert vom 14. Januar 1976. Heute gibt es in Bellwald über 600 Chalets. Dieses neue Bauvolumen ist um ein Vielfaches grösser als der historische Hausbestand. Ein Inventar aus den frühen neunziger Jahren des 20. Jh. erfasste im Dorf und in den Weilern insgesamt 40 vor 1900 erbaute Wohnhäuser. Der «Chaletboom» hat die Siedlungsentwicklung Bellwalds eingreifend geprägt. Die Siedlungslücke zwischen dem historischen Baubestand des Dorfes und des nördlich davon auf einer Hangkrete errichteten Weilers Ried hat sich geschlossen. Auch der im Talgrund auf 1200 m ü. M. gelegene Weiler Fürgangen (mit Stationen der Matterhorn Gotthard Bahn und der Seilbahn) erhielt in jüngerer Zeit wieder Bedeutung als Dauerwohnsitz, während die auf 1370 und 1475 m ü. M. erbauten Weiler Bodma und Egga als Primärwohnsitz an Bedeutung verloren.

Dazu Andreas Wyden, ehemaliger Gemeindepräsident: «Ohne Tourismus hätte Bellwald wohl das gleiche Schicksal der Abwanderung und Entvölkerung wie so viele andere Bergdörfer im Alpenraum erlitten. Leider hat die touristische Entwicklung von Bellwald noch zu wenig Niederschlag im tertiären Wirtschaftsbereich gefunden. Sehr positiv zu vermerken ist aber, dass viele junge ‹Einheimische› ihre Zukunft in Bellwald sehen, sich hier ein Haus bauen und eine Familie gründen. Die grosse Herausforderung in den nächsten Jahren besteht einerseits darin, eine möglichst grosse Anzahl der vorhandenen Gästebetten einer aktiven Bewirtschaftung zuzuführen und andererseits den natürlichen Charme und die Identität eines Walliser Bergdorfes zu erhalten.»