Wissenswertes 

Wie auf der Rosenlaui-Alp ein Hotel entstanden ist

Wie kommt ein prachtvolles Hotel mitten auf eine Alp? Die Entstehung des traditionsreichen und prachtvollen Hotels geht ins 18. Jahrhundert zurück. Mit der Entdeckung einer Heilquelle mit schwefelhaltigem Wasser hat seine Geschichte begonnen.

Im Juni (Brachet) 1771 ging Andreas von Bergen in Rosenlaui auf die Alp. Nach dem Holzen löschte er bei einem Wässerchen seinen Durst und entdeckte dabei die Schwefelquellen. Der Mann war von der Heilkraft dieses Wassers überzeugt, weil das kranke Bein seiner Frau durch ein Bad darin geheilt werden konnte. Daraufhin kaufte er mit seinem Schwiegervater die ganze Rosenlaui-Alp und liess das Wasser durch einen Chemiker untersuchen.

Die Wunderkur am beim Bein der Frau von Bergen sprach sich herum. Aufgrund des Heilerfolgs und einem Gutachten des Apothekers Hüpfner, bekam Andreas von Bergen 1788 die Konzession für einen Badebetrieb: Er durfte vom ersten Juli bis zum 29. September (St. Michael) Gäste beherbergen und verpflegen. Nach langen Verhandlungen konnte er eine Art Badeschopf mit einer einfachen Behausung bauen. Glieder- und Magenkranke kamen aus dem ganzen Lande ins Rosenlaui.

Ende des 18. Jh. wurden durch die Berichte von Reiseschriftstellern die Übergänge von der kleinen und grossen Scheidegg so bekannt, dass die Leute nicht nur den Staubbach und die Gletscher oberhalb Grindelwald besuchten, sondern auch zum Rosenlauigletscher und zu den Reichenbachfällen weiter reisten. Bald wurde das Rosenlaui als Passstation wichtiger als die Heilquelle. Der Besuch des Rosenlauis wurde im 19. Jh. zum selbstverständlichen Programmteil der Schweizreisen von Reichen und Adeligen.

Die zunächst einfache Gastwirtschaft im Rosenlaui entwickelte sich weiter: Nach einem verheerenden Brand entstand 1862 ein neues Gasthaus, das in der Folge etappenweise erweitert und komfortabler ausgestattet wurde. 1904 kam ein prächtiger Jugendstilbau hinzu. Im Jahr 1912 zerstörte ein Erdrutsch die Quellfassung, was dem Badebetrieb ein Ende setzte. Das Hotel konnte jedoch überdauern. Es wird seit einigen Jahren schrittweise und sorgfältig renoviert und zieht mit Mobiliar und Komfort aus der Belle Epoque (1886-1913) Gäste an, die einen Sinn für Stil und Romantik haben.