Wissenswertes 

Wie Schnee zu Eis wird

Eine alte Sage aus dem Wallis erklärt die Entstehung des Langgletschers: «Eine reine Jungfrau, der Winter, hat Stücklein von sieben Gletschern in der Lötschenlücke zusammengetragen und so die weisse Kuh, den Langen Gletscher, wachsen lassen.» Wissenschaftlich betrachtet, lautet die Erklärung: Gletschereis entsteht durch die Umwandlung von Schnee, der den Sommer überdauert und sich dabei zu porösem, körnigem Firn verwandelt. Aus den verdichteten Firnschichten schliesslich entsteht in den folgenden Jahren kristallines Gletschereis.

Aus einem Meter Neuschnee, der bis zu 95 Prozent Luft enthält, wird eine nur rund ein Zentimeter dicke Eisschicht. Die Umwandlung oder Metamorphose des Schnees dauert bei Alpengletschern, deren Eistemperatur um den Gefrierpunkt schwankt, wenige Jahre bis Jahrzehnte.

Das Eis des Grossen Aletschgletschers bildet sich in den vier grossen Firnbecken des Aletsch-, Jungfrau-, Grüneggfirns und des Ewigschneefälds. Diese nähren den Grossen Aletschgletscher und fliessen am Konkordiaplatz zusammen, wo der Gletscher über 900 Meter tief ist. Beim Jungfraujoch beträgt der jährliche Firnzuwachs durchschnittlich vier bis sechs Meter. Auf dem Konkordiaplatz bildet sich kaum Firn, da dort der Schnee im Sommer nur ausnahmsweise liegen bleibt.