Wissenswertes 

Wieso in Raron zwei Kirchen stehen

In Raron stehen zwei Kirchen unmittelbar übereinander. Hoch auf dem Burgfelsen steht die mittelalterliche Kirche St. Romanus, darunter wurde zwischen 1971-1973 die Kirche St. Michael in den Fels gesprengt. Gemeinsam bilden sie ein gelungenes Übereinander, welches wesentlich zum interessanten Dorfbild beiträgt.

 

1414 und 1494 wurde die ehemalige Kirche auf dem Biel durch Überschwemmungen des Bietschbachs so stark beschädigt, dass der damalige Kardinal Matthäus Schiner veranlasste, die neue Kirche auf dem hochwassersicheren Burghügel zu erbauen. Der bekannte Sakralbaumeister Ulrich Ruffiner erbaute zwischen 1512-1518 auf den Ruinen des alten Burgpalas die „nova turris“, die neue Pfarrkirche. Die Kirchenwände sind mit monumentalen Fresken geschmückt, darunter ein schauriges Bild des Jüngsten Gerichts. 

Der steile, beschwerliche und im Winter oft vereiste Weg zur unbeheizten Burgkirche veranlasste viele Gläubige dazu, die Messe in den umliegenden Dörfern zu besuchen. Dies war Grund genug für die Pfarrei Raron, eine neue Kirche zu errichten. Mangels geeigneter Bauplätze trieben der damalige Pfarrer und ein ortsansässiger Baumeister die Idee eine Kirche im Fels voran. Nach dreijähriger Bauzeit konnte die neue Kirche 1974 eingeweiht werden. Um Platz für 500 Gläubige zu schaffen, wurden 6000 m3 Fels herausgesprengt, 140 Felsanker gesetzt und 2000 m2 armiert und mit Spritzbeton gesichert. Die gelungene Architektur der Felsenkirche vereint Schönheit und Zweckmässigkeit, Natur und Kultur sowie Tradition und Moderne in Harmonie.