Wissenswertes 

Was es mit der Gestelnburg auf sich hat

Eines der Wahrzeichen von Niedergesteln ist die als uneinnehmbar geltende Burg der Freiherren von Turn auf der Feschti. Entsprechend ihrer Macht war auch die Burg die eindrücklichste Anlage im bischöflichen Oberwallis.

 

Allein schon die Wahl des Standortes macht aus dieser Burg ein Modell ritterlicher Burgen des 13. Jahrhunderts. Es gab im Oberwallis keine Felsrippe ihres gleichen. Abrupt ragt der Felsvorsprung mit seiner Eiszeithöhle quer ins Rhonetal hinaus.

Die Freiherren und ihre Lehensfamilien haben sich vorerst wohl im Dorf selber aufgehalten. Nach dem Bau der Burg, hatten die Freiherren von Turn bis 1375 in der Gestelnburg ihren Wohnsitz. Von hier aus regierten und tyrannisierten sie ihre verschiedenen Lehen und Herrschaftsgebiete.

Die als Ruine erhaltene Burg ist, den drei vorhandenen Wehrabschnitten nach zu schliessen, wohl in drei Etappen gebaut worden. Als Erstes wurden im 12. Jahrhundert der Rundturm und die Bastei errichtet, Im 13. Jahrhundert folgten das imposante Herrengebäude mit einem Grundriss von 40 x 13 Metern und Burgmauern mit einer Maximalbreite von bis zu 3 Metern. Auch der Weg über die monumentale Rampe stammt aus dieser Zeit. Während der letzten Etappe wurde das dritte Verteidigungsdispositiv erstellt, welches weiter unten am Felsvorsprung liegt und mehrere Gebäude mit Dienstwohnungen, Wirtschaftsgebäuden und eine Zisterne (rote Wiichüefa) umfasst.