Wissenswertes 

Wieso die Täler der Südrampe wild bleiben

Mit der Einführung der Verordnung über die Abgeltung von Einbussen bei der Wasserkraftnutzung im Jahre 1995 erhielten Gemeinden ein Instrument, mit dem sie wilde Täler und Bäche schützen und erhalten können und trotzdem nicht auf die Einnahmen der Wasserzinsen zur Stromerzeugung verzichten müssen

Die Verordnung ermöglichte es den Gemeinden an der Lötschberg Südrampe, Verträge mit dem Bund über 40 Jahre abzuschliessen und so Entschädigungszahlungen für den Verzicht auf die hydroelektrische Nutzung der Flüsse zu erhalten. Im Gegenzug müssen sich die Gemeinden verpflichten, die betroffenen Täler unter Schutz zu stellen. Im UNESCO Welterbe Schweizer Alpen Jungfrau-Aletsch werden die Gewässer des Joli-, Bietsch-, Baltschieder- und Gredetschtals sowie des Oberaletschgletschers mit dem sogenannten «Landschaftsrappen» entschädigt.

Die Unterschutzstellung muss in einer vom Naturschutz-, Landschaftsschutz- oder Raumplanungsrecht vorgesehenen grundeigentümerverbindlichen Form auf unbestimmte Zeit erfolgen und sämtliche Eingriffe verbieten, die den Wert der Landschaft beeinträchtigen könnten.

Diese um die Jahrtausendwende abgeschlossenen Verträge erhalten in der aktuellen Diskussion um den Ausstieg aus der Atomenergie eine ungleich grössere politische Dimension.