Wissenswertes 

Urzeitliche Katastrophen

In der letzten Eiszeit war das Kandertal tief von Gletschern ausgeschliffen und von hohen Felswänden umgeben – so wie heute noch das Lauterbrunnental. Als sich die Gletscher zurückzogen, entlud sich der Druck der Gesteinsmassen in gewaltigen Bergstürzen. Diese veränderten das Landschaftsbild massiv.

Der grösste Bergsturz im Tal ereignete sich an den Fisistöcken; die Rutschfläche ist deutlich sichtbar. Gewaltige Felsmassen donnerten in die Ebene von Kandersteg hinunter und prallten wie eine Brandungswelle in die jenseitige Talwand. Die Spuren des Aufschlags sind im Gebiet der Risete noch heute, viele Jahrtausende später, zu sehen. Durch den Fisi-Bergsturz wurde der Talboden bis zu 400 Meter hoch mit Schutt aufgefüllt.

Ein anderer grosser Felssturz verschüttete nach der letzten Eiszeit das Tal des Oeschinenbachs und führte zur Bildung eines neuen Sees – des Oeschinensees. Weitere Bergstürze lagerten Schutt bis nach Frutigen ab und liessen den Blausee entstehen.

Noch heute weist die Natur des Kandertals extreme Gegensätze auf. Im Gebiet der Gemeinde Kandersteg liegen nicht weniger als 20 Gletscher. Im Gegensatz zu diesen kargen Eiswüsten stehen die fruchtbaren, üppig bewachsenen Talböden. Sie bergen unter anderem an die 30 verschiedene Orchideen-Arten.