Wissenswertes 

Wieso in den Bergen Schätze verborgen sind

Ob klein oder gross – Menschen sind fasziniert von reinen Kristallen und wertvollen Mineralien: seit Jahrhunderten locken diese verborgenen Schätze Abenteuerlustige in die Berge. Doch woher kommen diese Schätze? Ein Blick in die Geschichte der Alpen löst dieses Rätsel.

Um dieses Phänomen zu ergründen muss man in die Entstehungszeit der Alpen zurückblenden: bei dem Zusammenstoss des europäischen und des afrikanischen Kontinents vor ca. 65 Millionen Jahren wurden unsere Alpen in die Höhe gehoben. Während dieser Alpenfaltung [Link zu Alpenfaltung] bildeten sich in grosser Tiefe, 10-12 km unter der Erdoberfläche, Klüfte und Risse im spröden Gestein. In diese Risse flossen extrem heisse und aggressive Wässer, die mit dem umliegenden Gestein chemisch reagierten und Minerale, die Bausteine der Gesteine, herauslösten. 

Mit der fortschreitenden Hebung der Alpen und dem Einsetzen des Abtrages, gelangten diese Zerrklüfte näher an die Erdoberfläche und kühlten ab: nach und nach begannen die gelösten Mineralien hart zu werden und auszukristallisieren. Das Wachstum der Kristalle, die heute gefunden werden, ist also seit langem abgeschlossen. Ihre Entstehung dauert unvorstellbar lange: die berühmten Kluftquarze am Zinggenstock wuchsen z.B. während bis zu 7 Millionen Jahren heran. Bis sie dann von Strahlern entdeckt wurden, vergingen weitere 10-20 Millionen Jahre.

In den Alpen gibt es viele solcher Klüfte: in der Regel sind die Spalten 0.5 bis 2 m lang, seltener erreichen sie eine Länge von 5 -10 m. Noch grössere Klüfte, in denen man aufrecht gehen kann, sind absolute Ausnahmeerscheinungen.

Sehr häufig sind in den Alpen Funde von verschiedenen Quarzen: durchsichtiger Bergkristall, brauner Rauch- und rosa Rosenquarz. Aber auch zahlreiche weitere Mineralien wie Pyrit, Bleiglanz, Fluorit und viele mehr treten auf / können gefunden werden.

In der Welterbe-Region sticht das Grimselgebiet als Fundestelle heraus: die Kristallhöhlen der Grimsel sind wegen der Grösse und der Schönheit ihrer Quarze weltbekannt, in der Schaukluft Gerstenegg in den Betriebsanlage der KWO bekommt man Einblick in eine der weltweit schönsten und reichsten Kristallklüfte.