Wissenswertes 

Ein Gespür für Schätze der Berge

Leute, die sich der Suche nach Kristallen verschreiben, werden im Volksmund «Strahler» genannt. Das «Strahlen» war früher eine wichtige Einkommensquelle für die Bergbevölkerung. Heute wird es vor allem noch als Hobby oder als Nebenerwerb betrieben.

Das Sammeln von Mineralien ist heute streng reglementiert, um eine übermässige Ausbeutung der natürlichen Vorkommen zu vermeiden und Streitigkeiten um entdeckte Mineralien zu verhindern. So wurde z.B. eine althergebrachte Strahler-Regel rechtsverbindlich: wer eine Kluft mit einem Werkzeug belegt und mit Namen, Adresse und Datum beschriftet, sichert sich für 2 Jahre das Ausbeutungsrecht. Seit einem Bundesgerichtsentscheid zu einem Vorfall am Zinggenstock im Jahr 1974 gilt die Entnahme von Kristallen aus einer belegten Kluft von Gesetzes wegen als Diebstahl. 

Alle Strahler werden von der Schweizerischen Vereinigung der Strahler, Mineralien- und Fossiliensucher SVSMF angehalten, sich an einen speziellen Ehrenkodex zu halten.

In der Region Oberhasli hat das Strahlen eine lange Tradition. Wie und wo man Kristalle sucht, wird von einer Generation an die nächste und zuweilen auch an Gäste weitergeben. Ein einheimischer Strahler und Steinhauer sagt: «Me möes halt gschpirren, wa Strahli siin» (man muss fühlen, wo Kristalle sind). So einfach. Ein anderer Strahler und Bergführer meint: «Me möes halt gahn» (Man muss einfach gehen, um Kristalle zu finden). Eine typische kurze Bergler-Antwort, in der viel Wahrheit steckt.

Manchmal hilft auch der Zufall. Einem Strahler fiel auf seinem Streifzug durch die Berge ein Haufen Steine und Dreck auf, aus dem glänzende Kristalle herausschauten. «Wer um Himmels Willen lässt so schöne Ware einfach liegen?» fragte er sich. Des Rätsels Lösung: Es war ein Fuchs, der aus einer kleinen Höhle alles herausgescharrt hatte, um sich darin ein Nest einzurichten.

Wer als Wanderer durch das Grimselgebiet streift, sollte jedoch nicht allzu sehr auf grosse Funde am Wegrand hoffen. Wer die Augen offen hält kann aber durchaus kleine, schöne Stücke entdecken, bei frisch heruntergestürzten Felsblöcken, beim Strassenbau oder bei Klüften.