Von Hanspeter Holzhauser, Überarbeitung Managementzentrum
Die Gefährdung der Talbewohner durch Gletscher ist auch heute nicht gebannt: Gletscher- und Eisstürze, Wasserausbrüche und Gletscherschwankungen können riesige Schäden verursachen. Geht als Folge des Gletscherschwundes den Ufermoränen die Stütze verloren, werden sie instabil.
So ist am Unteren Grindelwaldgletscher bei der Stieregg 2005 der Boden weggerutscht; das Berggasthaus musste aufgegeben und zur Bäregg verlegt werden. Der abgerutschte Moränenschutt staute einen See auf, der Grindelwald zu überschwemmen drohte. Nur mit dem Bau eines Abflussstollens konnte diese Gefahr gebannt werden. Und damit nicht genug: Gegenüber der Bäregg stürzte 2006 eine grosse Felspartie ein, da sie durch das Wegschmelzen des Eises instabil wurde.
Ein Inventar gefährlicher Gletscher soll die Gefährdung durch Gletscherkatastrophen reduzieren. Zur Vorhersage eines Eisabbruchs werden Früherkennungssysteme eingerichtet. An Pegeln im Eis werden Verschiebungen regelmässig vermessen. Da die Fliessgeschwindigkeit der instabilen Eismasse vor einem Abbruch immer mehr zunimmt, kann der Zeitpunkt des Ereignisses recht genau berechnet werden.
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