Von Hanspeter Holzhauser, Überarbeitung Managementzentrum
Der globale Klimawandel manifestiert sich im Gebirge deutlicher als im Unterland. Ein besonders aussagekräftiger Klimaindikator im Berggebiet sind die Gletscher. Diese sensiblen Klimazeiger reagieren auf klimatische Schwankungen mit der Änderung ihrer Masse.
Der seit dem letzten Gletscherhochstand am Ende der Kleinen Eiszeit um 1850 / 1860 beobachtete Schwund der Alpengletscher hängt zweifellos mit der globalen Erwärmung zusammen und entspricht ungefähr der gemessenen Temperaturerhöhung von etwa 1 bis 2° C im Alpenraum. Der anhaltende und heute beschleunigte Gletscherschwund hat das Erscheinungsbild der Alpen sichtbar verändert. Es entstanden neue unvergletscherte Flächen, die Gletschervorfelder, die je nach Höhenlage kahl sind oder allmählich wieder von der Vegetation eingenommen werden. Der Klimawandel ist erlebbar geworden.
Die globale Erwärmung ist einerseits auf natürliche Schwankungen des Klimas zurückzuführen, andererseits gibt es Anhaltspunkte, dass auch der Mensch zunehmend ins Klimageschehen eingreift. Obwohl die natürlichen Ursachen noch weitgehend unklar sind, vermutet man als treibende Kraft eine klimatische Schwingung über dem Atlantik, die sogenannte Nordatlantische Oszillation. Diese ist mit den nordwärts gerichteten Strömungen im Atlantik verbunden, die einmal mehr, einmal weniger Wärme nach Norden verfrachten. Dadurch wird die Witterung in Europa beeinflusst, was sich unmittelbar auf die Massenbilanz der Gletscher auswirkt.
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