Wie die Bauern am Berg ihr Leben bestrittenWie die Bauern am Berg ihr Leben bestritten

Von Klaus Anderegg, Überarbeitung Managementzentrum

Die alpine Landwirtschaft zeichnet sich durch die Nutzung der Wiesen und Äckern in verschiedenen Höhenlagen und somit auch in unterschiedlichen Vegetationszonen aus. Bellwald kennt wegen der beträchtlichen Höhenlage des Dorfes (1'560 m.ü.M.) nur ein zweistufiges, aus Heimgütern und Alpweiden bestehendes Betriebssystem. 

Die Sommerweiden auf der Alp liegen über der Waldgrenze oberhalb von rund 2'000 m.ü.M. Der Erfolg der Viehwirtschaft hing entscheidend von der Grösse und Ergiebigkeit der Alpweiden ab; denn die Nutzung der Alp als Sommerweide stand in einem komplementären Verhältnis zur Möglichkeit der Winterfütterung, d. h. die Sömmerung ermöglichte eine zwei- bis dreimonatige, von den Heimgütern unabhängige Tierhaltung. Somit konnten die Wiesen rund um das Dorf während dieser Zeit gemäht und das Heu für den Winter eingelagert werden.
Die Sommerweiden waren (und sind) in genossenschaftlichem Besitz. Der Alpbetrieb, der aus Hüten, Melken und Käsen bestand, führte ein eigens dazu angestelltes Alppersonal. Die ursprüngliche Form der Alpung in Bellwald war die Einzelsennerei, bei der jeder Betrieb für sich allein das Vieh besorgte und die Milch verkäste. Deshalb ist auf dem Stafel Richinen ein Alpdorf mit 34 Gebäuden entstanden, das um 1969 aus fünf Hütten, 28 Ställen und einer «Maria zum Schnee» geweihten Kapelle bestand.
Die vertikale Stufung der landwirtschaftlichen Nutzfläche hat in der Gestaltung der Naturlandschaft zur Kulturlandschaft ein angepasstes Landnutzungssystem hervorgebracht. Die Steilheit und die Trockenheit des Geländes bedingte Ertrag sichernde und steigernde Einrichtungen wie Terrassierungen, Bewässerungsanlagen und ein verästeltes Wegenetz. 
Auch der historische Hausbestand Bellwalds ist funktional auf das mehrstufige Betriebssystem mit jahreszeitlicher Wanderung ausgerichtet. Die wirtschaftliche Nutzung der verschiedenen Höhenstufen bedingte, dass jede Familie verstreut über die Kulturlandfläche die zur Bestellung und Nutzung der Güter notwendigen Gebäude errichten musste. Dieser als inneralpiner Streuhof bezeichnete Hoftypus besteht aus Einzweckbauten: Wohnhaus, Stallscheune, Stadel und Speicher sowie Alphütte. 
Sowohl Wohnhaus als auch Nutzbauten sind aus gestrickten Kantholzbalken erbaut. Der Walliser Blockbau ist ein typisches Wandhaus mit hochrechteckigen Wänden und einem flachen Satteldach, das in Bellwald beim originalen Hausbestand mit Schindeln gedeckt ist.
Die Lage des jeweiligen Kulturlandes bestimmte den Standort der Gebäude. In der Zone der Heimgüter stehen das Wohnhaus und der Speicher, die Stallscheune und der Stadel in geschlossenen Dorf- und Weilersiedlungen (Haufendorf-Typus). Ein grosser Teile der Stallscheunen sind als Ausfütterungsställe verstreut auf den Mähwiesen erbaut.

Um die Dauersiedlungen herum befinden sich die Mähwiesen und das Ackerland. Das historische Siedlungsbild Bellwalds wird - neben den Haufensiedlungen - geprägt durch die grosse Zahl von Ausfütterungsställen, die in Gruppen oder als Einzelbauten verstreut auf den Mähwiesen erbaut sind. Die schlechte Erschliessung des aus vielen Parzellen bestehenden Streubesitzes erschwerte Transporte zurück ins Dorf: Statt das Heu zum Vieh zu tragen, brachte man das Vieh zum Heu.

Die Sommerweiden auf der Alp liegen über der Waldgrenze oberhalb von rund 2000 m.ü.M. Der Erfolg der Viehwirtschaft hing entscheidend von der Grösse und Ergiebigkeit der Alpweiden ab; denn die Nutzung der Alp als Sommerweide stand in einem komplementären Verhältnis zur Möglichkeit der Winterfütterung, d. h. die Sömmerung ermöglichte eine zwei- bis dreimonatige, von den Heimgütern unabhängige Tierhaltung. Somit konnten die Wiesen rund um das Dorf während dieser Zeit gemäht und das Heu für den Winter eingelagert werden. Die Sommerweiden waren (und sind) in genossenschaftlichem Besitz. Der Alpbetrieb, der aus Hüten, Melken und Käsen bestand, führte ein eigens dazu angestelltes Alppersonal. Die ursprüngliche Form der Alpung in Bellwald war die Einzelsennerei, bei der jeder Betrieb für sich allein das Vieh besorgte und die Milch verkäste. Deshalb ist auf dem Stafel Richinen ein Alpdorf mit 34 Gebäuden entstanden, das um 1969 aus fünf Hütten, 28 Ställen und einer «Maria zum Schnee» geweihten Kapelle bestand.

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